
Neulich auf einer Veranstaltung war plötzlich das große Thema Social Media. Anknüpfend daran ging es auch um präsente Influencer:innen und ihr Beitrag dazu.
Es ist prima, das durch Influencer, mit Handwerks Background, auch jüngere Generation erreicht werden können, um ein neues Bild von Handwerk aufzuzeigen. Es wirkt frischer, cooler und auf Augenhöhe mit Jugendlichen. Somit hat das Handwerk einen direkten Draht gefunden und kann das verstaubte Image abschütteln.
Weiter wurde diskutiert, ob Soical Media der einzige Weg sei, die Imagefrage neu im Handwerk anzugehen. Die Ansichten der Teilnehmer:innen war da unterschiedlich. Immerhin nutzt nicht jeder Mensch soziale Netzwerke. Die Kinder in Kitas und Grundschulen brauchen weiterhin andere Zugänge zum Handwerk. Außerdem ist es vielleicht taktisch klüger, sich nicht nur auf eine Strategie festzulegen. Handwerk erlebbar machen – das geht eben immer noch am besten durch das Machen selbst. Also mit den eigenen Händen, dem eigenen Körper die Erfahrung sammeln. Bedeutet also, dass eine Mischung von vielen Berührungspunkten, wie z.B. auch live Events, weiterhin sehr wichtig sind. Aber das Handwerk gibt sich Mühe, ob es einzelne Personen, Betriebe, die Handwerkskammern usw. sind.
Eine Sache war jedoch auffällig und wurde leider entweder nicht verstanden oder ignoriert, weil das Potential noch nicht gesehen wird. Während der Veranstaltung kam eine Frage auf: Könnte, bei all dem, was das Handwerk bereits tut, die Perspektive der Außenstehenden, also Menschen ohne Verbindung zu Handwerk, mit einbezogen werden? Statt nur aus dem Handwerk heraus Botschaften zu senden, mal den anderen Weg versuchen? Sich in die Menschen hineinzuversetzen, die leider bisher keine bewusste Verbindung zum Handwerk hatten, damit eben genau diese Menschen sich auch angesprochen fühlen? Und bei diesen Fragestellungen geht es um keine spezifische Altersgruppe. Denn eine Verbindung zum Handwerk aufzubauen, kann in jedem Alter sinnvoll und von Vorteil sein, nicht nur um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sondern auch um eben das Image und die Wertschätzung für das Handwerk grundlegend zu verändern.
Die erste schnelle Antwort eines Influencers aus dem Handwerk war leider diese: „Das mach ich doch schon. Schau dir doch einfach meinen Content an und folge mir.“ Tja und genau in diesem Moment haben alle auf dieser Veranstaltung gespürt, dass das eben noch nicht passiert. Die Perspektive außerhalb der Handwerksbubble wird eben nicht gesehen, nicht gehört und nicht mit einbezogen. Aber genau da liegt der Knackpunkt, genau da wird die Brück von der anderen Seite gebaut zum Handwerk hin.
Warum fällt es dem Handwerk noch so schwer, sich darauf einzulassen? Ist es Arroganz? Ist es Unsicherheit? Ist schlichtweg einfach noch nicht daran gedacht worden?
Was auch immer die vielfältigen Gründe sind, es kann ein Schlüssel sein für die Veränderung des Handwerks in der Zukunft! Botschaften senden von Innen nach außen ist wunderbar, vor allem, wenn dazu moderne Methoden mit genutzt werden. Ganz wichtig ist aber auch die Botschaften von außen zu hören, zu verstehen und dann mit einzubeziehen. Da ist noch ganz viel Luft nach oben.
Aber wie sagen bereits die Dachdecker: Oben ist das neue Vorn!
Die Antje, die es mal anders anpackt.
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