Nike, Adidas & Co. vs Workwear
Mal Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal einen Blick auf einen Schulhof geworfen? Und dabei auf die Kleidung der Kids & Teens geachtet? Wenn ich an meine eigene Jugend zurückdenke oder einfach mal schaue, was heute so getragen wird, dann war die Antwort jahrelang dieselbe. Da gab und gibt es die Fraktion Drei-Streifen-Adidas, die „Just do it“-Nike-Ultras und natürlich die Luxus-Gangs in sündhaft teuren Hype-Marken. Mode beeinflusst junge Menschen – das ist kein Geheimnis. Wer die richtigen Sneaker trägt, gehört dazu. Wer das falsche Logo auf der Brust hat, ist raus. Marken kreieren Identität, Zugehörigkeit und ja, leider auch ganz oft extremen Druck.
Aber stell dir jetzt mal folgendes Szenario vor. Schließ kurz die Augen und beam dich auf den Pausenhof einer Schule im Jahr 2026. Du machst die Augen auf und siehst das:
(Bild mit KI erstellt)
Der neueste heiße Schrei unter Teenies wäre nicht der limitierte Sneaker-Drop von New Balance, sondern die brandneue, ergonomisch geschnittene Cargo-Arbeitshose mit Kniepolster-Taschen. Der absolute Flex in der großen Pause ist nicht mehr das neuste Triko der WM, das nach der ersten Bolognese-Soße in der Mensa ruiniert ist, sondern die dreifach vernähte, reißfeste Softshelljacke, die selbst dem härtesten Regen auf dem Fahrrad trotzt.
Was würde sich ändern?
Mode drückt aus, wer wir sein wollen. Jahrelang wollten Jugendliche aussehen wie Rapper aus L.A. oder Fußballstars aus der Champions League. Wenn jetzt aber Engelbert Strauss, FHB, Hans Schäfer, HAKRO oder Snickers das neue „Gucci“ werden, verschiebt sich plötzlich das komplette Wertesystem auf dem Schulhof. Plötzlich ist „anpacken“ cool!
Der größte Hebel liegt doch im Kopf. Wenn Teenager anfangen, Kleidung zu tragen, die für das echte Handwerk gemacht ist, verliert das Handwerk auf einen Schlag sein verstaubtes Image bei der Jugend. Auf einmal ist der Look von Dachdeckern, Schreinerinnen oder SHK-Anlagenmechanikern, um nur ein paar wenige hier aufgezählt zu haben, das Nonplusultra.
Die Kids merken plötzlich: Hey, diese Sachen sehen nicht nur verdammt lässig aus, die können auch richtig was! Die haben Taschen, in die ein ganzes Smartphone passt, ohne dass die Naht reißt. Da scheuert nix durch, wenn man sich mal auf die Betonstufe setzt.
Und das Beste: Es bricht ein Stück weit diesen elitären Statussymbol-Wahn. Klar, gute Arbeitskleidung hat auch ihren Preis. Aber sie steht für etwas völlig anderes. Sie steht für Machen. Für Anpacken. Für Echtheit. Wer im Blaumann-Style aufläuft, signalisiert nicht mehr: „Schau mal, wie viel Geld meine Eltern für ein dünnes Designer-Shirt hatten“, sondern: „Ich bin bereit, mir die Hände schmutzig zu machen.“
Der Schulhof als Schmiede für die Zukunft?
Mode prägt das Selbstbewusstsein. Und ich bin fest davon überzeugt: Wenn Jugendliche stolz die Brands der Macher tragen, wächst auch der Respekt vor der Arbeit dahinter. Dann ist der Kumpel, der nach der Schule eine Ausbildung auf dem Bau anfängt, nicht mehr der, der „halt nicht studiert“, sondern der absolute Trendsetter, der die Original-Klamotten im echten Einsatz trägt. Der „Influencer der Baustelle“, sozusagen!
Vielleicht würden wir so sogar der Fachkräftekrise ein kleines Stückchen den Weg ebnen. Denn wer schon mit 15 Jahren die Vorzüge einer perfekt sitzenden Handwerkshose zu schätzen weiß, der hat beim Berufsberater später vielleicht viel eher Lust, genau in diese Welt einzutauchen.
Ein Schulhof voller junger Menschen, die aussehen, als könnten sie direkt nach der Mathestunde eine komplette Solaranlage aufs Dach zimmern oder ein Bad sanieren. Weg mit dem Einheitsbrei aus Plastik-Sneakern, her mit der Qualität, die was aushält!
Wie soll das umgesetzt werden?
Aller Anfang ist nicht immer leicht. Wir mit #liebegehtrausanshandwerk haben den Startschuss mit unseren Merchartikeln bereits gemacht. Cool, lässig und mit Statement: Ein Gesprächsopener in jedem Fall.
Jetzt müssen die großen Marken in der Workwear Branche nachziehen!
Was meinst du: Würdest du deinen Kids und/oder Teens lieber in Nike oder in voller Workwear-Montur zur Schule schicken? Vielleicht beides?
Wie heißt es so schön: Kleider machen Leute (ist schließlich auch ein Handwerk)!
Die Antje, die es mal anders anpackt.
P.S.: Welche Workwear trägst du am liebsten?


