Geht es denn ohne Handwerk?
Eigentlich wissen wir alle die Antwort: NEIN, es geht nicht ohne Handwerk! Und trotzdem ist es schwer sich dafür zu engagieren.
Warum?
Mit #liebegehtrausanshandwerk ist eine Initiative entstanden, die die Brücke von außen zum Handwerk nach Innen gebaut hat. Doch diese Brücke wird nicht von jedem angenommen, sogar versucht zurückzubauen. Der Mensch steht Neuem oft skeptisch gegenüber, jedoch hat das Handwerk es bitter nötig, neue Wege auszuprobieren. Die alten Wege dürfen bestehen bleiben, aber was spricht dagegen neue Wege zu ebnen für die nachkommenden Generationen?
Was genau ist die Herausforderung?
Alteingesessen Systeme und Bürokratie! Das ist ja keine Überraschung mehr. Viel interessanter und auch traurig zugleich ist, dass wir diese Herausforderung kennen und sich dennoch nur schwer etwas daran verändern lässt. D.h. wir laufen mit offenen Augen und Ohren, ja sogar geöffneten Armen den Problemen entgegen.
Wenn es diesen Systeme so schwer fällt, dann sollten sie jedoch über jede Unterstützung von außen dankbar sein. Jede Initiative, jeder Mensch, jede Beteiligung für das Handwerk ist eine Bereicherung für das Handwerk! Das ist in der Theorie auch klar. In der Praxis sieht das ganz anders aus.
Ein Beispiel:
Für das Gründungsstipendium Rheinland-Pfalz START in RLP haben wir uns mit #liebegehtrausanshandwerk beworben. Dazu musste ein kompletter Businessplan geschrieben werden. Das Ganze sollte über die IHK Koblenz laufen. Da diese im Bereich Handwerk nicht die Fachkompetenz ist, wurde eine zweite Meinung über die HWK Koblenz eingeholt. Da hieß es: „Die sollen mal lieber weiter in Richtung Brettspiele gehen“.
Das Stipendium wurde abgelehnt, ohne Begründung. Wahrscheinlich war dies nicht der ausschlaggebende Grund, aber die Einschätzung der HWK Koblenz war doch wirklich sehr ernüchternd.
Weiteres Beispiel:
Anfang 2026 wurden von #liebegehtrausanshandwerk die Handwerkskammern in ganz Deutschland per e-mail, per Brief und per Anruf über das innovative Kartenspiel informiert. Die Telefonate waren sehr erschreckend teilweise.
Die meisten Handwerkskammern haben nicht mal eine/n feste/n Verantwortliche/n oder Ansprechpartner/in für die Nachwuchsgewinnung. Grundsätzlich sind die HWKs ausgerichtet auf Nachwuchsgewinnung ab Ausbildungsalter, d.h. ab 15/16 Jahren. Alle Kinder und Jugendlichen darunter interessieren so gut wie kaum. Hier und da gibt es dann 1x im Jahr einen Kita Wettbewerb. Ich frage mich, wie lange dieser nachwirkt.
Es wird also viel zu wenig für jüngere Generationen im Bezug auf Handwerk getan.
Wer sollte sich denn um Nachwuchs kümmern?
Die Antwort: Wir ALLE! Handwerkskammern, Innungen, Schulen, Hochschulen und Universitäten, Kindergärten, Eltern, Familie! Vielleicht liegt nicht immer die Hauptaufgabe alle Aufgeführten darin, das mag sein. Aber Achtung! Erlaube dir beim Lesen dieses kleine Gedankenexperiment: Wer hat nicht Nutzen vom Handwerk? Und jetzt überlege weiter. Diejenigen, die Nutzen von Handwerk haben, sollten die nicht auch pro Handwerk sein???
Wie kann man die Zukunft gestalten?
Alles beginnt bei uns selbst. Wir selbst müssen uns öffnen für Neues. Nur so können wir Handwerk in Zukunft auf NEXT LEVEL bringen und langfristig etwas dafür verändern.
Es ist ok, wenn du jetzt nicht sofort eine Idee hast, wie du dich engagieren kannst. Gerne kannst du uns auch anschreiben und wir überlegen gemeinsam was möglich ist.
Ein Haus wird selten nur von einer Person gebaut und so ist es auch mit der Zukunft des Handwerks #wirmiteuchfürshandwerk .
Zum Abschluss ein Zitat von Nitschke: „Ein Handwerker benötigt, wenn das Werk gelingen soll, nicht nur Werkzeug und Material, sondern auch ein Herz und eine Seele.“
Die Antje, die es mal anders anpackt.
P.S.: Mehr Herz für das Handwerk!


